{"id":135,"date":"2023-08-06T11:24:00","date_gmt":"2023-08-06T09:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/?page_id=135"},"modified":"2023-08-08T23:50:21","modified_gmt":"2023-08-08T21:50:21","slug":"neuerstellung-der-diashows-ab-2006","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/diashows\/neuerstellung-der-diashows-ab-2006\/","title":{"rendered":"Neuerstellung der Diashows ab 2006"},"content":{"rendered":"\n<p>Von den beiden Diashows existierten sehr lange Zeit nur noch Aufnahmen auf MC-Kassette. Die Qualit\u00e4t war durch allgemeine Alterung und Abnutzung mehr als schlecht, die Tonqualit\u00e4t war miserabel.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kam die Idee auf, die beiden St\u00fccke erneut aufzunehmen, diesmal in digitaler Form, jedoch existierte das Tonstudio aus den 90er Jahren schon l\u00e4nger nicht mehr, so kam dieses Unterfangen leider nicht zustande.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher war die n\u00e4chste Idee, die Diashows mit Hilfe der originalen Cubase-Projektdateien auf einem modernen PC so gut wie m\u00f6glich nachzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Umwandlung von Cubase 2.0 (Atari ST) nach Cubase 5 (Windows PC) gestaltete sich als schwierig, da Cubase 5 nicht mehr in der Lage war, das alte Dateiformat zu laden. Daher mussten die Daten mehrfach in verschiedenen Versionen von Cubase geladen und wieder gespeichert werden:<\/p>\n\n\n\n<p>Cubase 2.0 (Atari) =&gt; Cubase 3.0 (Atari) =&gt; Cubase VST (Windows) =&gt; Cubase SX 3 (Windows) =&gt; Cubase 5 (Windows)<\/p>\n\n\n\n<p>Gl\u00fccklicherweise blieben alle relevanten Daten erhalten, sowohl die Noten, also auch die Informationen \u00fcber Tempo und Taktart (\u201eMaster-Track\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse waren alles andere als zufriedenstellend. Es stellte sich relativ schnell heraus, dass es nur mit den originalen Instrumenten von damals gelingen w\u00fcrde, die originale Qualit\u00e4t zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt wurde daher zun\u00e4chst nicht fortgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neuerstellung ab 2019<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Projekt wurde 2019 erneut gestartet, dieses Mal mit dem klaren Ziel, dass sich das Ergebnis in keinster Weise vom Original unterscheiden darf. Entweder macht man es richtig, oder gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Cubase-Projektdateien wurden schon damals in ein modernes Format umgewandelt, die \u201ePartitur\u201c existierte also und konnte genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wiederbeschaffung der Ger\u00e4te &amp; deren Sounds<\/h3>\n\n\n\n<p>Die verwendeten Instrumente waren alle bekannt, diese waren f\u00fcr beide Diashows:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>GEM DEX-20<\/li>\n\n\n\n<li>Roland Alpha-Juno 1<\/li>\n\n\n\n<li>Roland U-110<\/li>\n\n\n\n<li>Kawai PHm Module<\/li>\n\n\n\n<li>Kawai R50 \/ R50e<\/li>\n\n\n\n<li>Yamaha FB-01<\/li>\n\n\n\n<li>Yamaha EMT-10<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Da ich schon seit vielen Jahren nur noch mit Software-Synthesizern und Samplern arbeite, galt es, f\u00fcr jedes Instrument entweder Samples oder anderweitig einen hundertprozentig akkuraten Ersatz zu beschaffen. Notfalls h\u00e4tte man die Ger\u00e4te kaufen und einfach die kompletten Spuren aufnehmen k\u00f6nnen, aber teilweise sind die Ger\u00e4te schwer auf dem Gebrauchtmarkt zu bekommen, oder sehr teuer. Zudem wollte ich gerne die damalige Qualit\u00e4t \u00fcbertreffen, also keinerlei Rauschen der Ger\u00e4te mit aufnehmen, dass w\u00e4re beim Samplen der Ger\u00e4te aber der Fall gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sounds eines Ger\u00e4ts zu besorgen gelang zun\u00e4chst f\u00fcr den <strong>GEM DEX-20<\/strong>, der von Hans-Werner vor allem wegen der Glocken und dem Vibraphon gesch\u00e4tzt und eingesetzt wurde. Zu meiner \u00dcberraschung waren s\u00e4mtliche Sounds des Ger\u00e4ts Teil des &#8222;Nostalgia&#8220; VST Plugins, das ich schon seit einigen Jahren besitze. Ich spielte Hans-Werner einige Beispiele vor und er war ebenfalls begeistert, die Qualit\u00e4t und Genauigkeit war erstklassig, es war keinerlei Rauschen zu vernehmen und klanglich stimmte ebenfalls alles.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr das Yamaha <strong>FB-01<\/strong> lies sich erstaunlich schnell Ersatz beschaffen. Der Software-Synthesizer FM7 von Native Instruments kann die Kl\u00e4nge des FB-01 laden, die Ergebnisse waren perfekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der <strong>Roland Alpha Juno 1<\/strong> war ein polyphoner analoger Synthesizer mit einem einmaligen Sound. Es existiert eine Software-Emulation dieses Plugins names Redominator, diese kann auch die originalen Sounds des Juno laden. Die Qualit\u00e4t war gut, aber nicht gut genug. Einige Sounds konnte man mit diesem Plugin nach einigen manuellen Eingriffen nutzen, z.B. die Steeldrum, die Hans-Werner in der Karibik nutze. Andere Sounds, vor allem &#8222;Twilight Zone&#8220; (von ihm als Effekt in den Unterwasser-Teilen beider Diashows benutzt) stimmte \u00fcberhaupt nicht.<br>Schon 2019 entschied ich mich, einen anderen Software-Synthesizer namens Surge zu nutzen und die Sounds manuell nachzubauen. Ich nutzte Redominator nur noch um die Einstellungen am originalen Juno zu sehen und verglich dann die Ergebnisse mit der Kassetten-Aufnahme mit meinem Nachbau in Surge. Es gelang mir relativ gut, die Sounds nachzubauen, so richtig zufrieden war ich aber nicht, der Juno klang einfach anders. Die Qualit\u00e4t war aber gut genug, um erstmal damit zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Sorgenkind war das <strong>Kawai PHm<\/strong> Modul, da dieses mit sehr speziellen Sounds aufwartete, die man nicht so einfach mit anderen Synthesizern h\u00e4tte nachbauen k\u00f6nnen. Das PHm Modul ist technisch identisch zu einem Kawai K1, aber ohne die M\u00f6glichkeit, die Sounds im PHm Modul editieren zu k\u00f6nnen, das blieb dem &#8222;gro\u00dfen Bruder&#8220; K1 vorbehalten.<br>Im Jahr 2020 fing ich an, einen virtuellen Kawai K1 als Software-Instrument zu programmieren. Hierzu l\u00f6tete ich unter anderem auch zwei Chips aus dem K1 aus, um an die Samples ohne Qualit\u00e4tsverluste zu gelangen. Inzwischen sind in dem Plugin auch alle Sounds des Kawai PHm Moduls enthalten, da ich auch die Chips des PHm ausgelesen habe. Dankenswerterweise habe ich hierbei sogar Unterst\u00fctzung von Kawai Europa erhalten, zwar nicht von technischer Seite, aber Kawai erlaubte mir die Verwendung der Daten aus den Ger\u00e4ten und freute sich sogar \u00fcber das Projekt und schickte mir ein Kawai-Logo, das ich nat\u00fcrlich gerne in das Plugin einbaute.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Erste Version der T\u00fcrkei<\/h4>\n\n\n\n<p>Zu dieser Zeit entstand dann auch die erste &#8222;vollst\u00e4ndige&#8220; Version der T\u00fcrkei-Diashow. Hans-Werner fand sie gut und merkte lediglich an, dass sie nun einmal komplett abgemischt werden sollte, die Fehler l\u00e4gen aber bei weniger als +\/- 3db. Das tat ich dann auch, aber ich war dennoch nicht zufrieden, die Version klang zwar gut, entsprach aber nicht dem Original aus dem Jahr ~1990, genau das wollte ich aber eigentlich erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2021 fand ich eine Seite im Internet, die sich mit den <strong>Kawai <\/strong>Drum-Computern <strong>R50\/R50e<\/strong> und R100 besch\u00e4ftigte. Findige Leute haben die Chips dieser Ger\u00e4te ausgelesen und sogar ein Programm geschrieben, dass die einzelnen Drum-Sounds aus den Daten extrahieren kann. Mit Begeisterung testete ich das Programm und lud die extrahierten Sounds in einen Sampler in Cubase und testete mit der Drum-Spur der Karibik-Diashow, die Hans-Werner geschrieben hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erstellte daraus ein MP3 und schickte es ihm, damit er probeh\u00f6ren konnte: <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/r50.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>(Die Stelle ist in der Karibik-Diashow ab 5:50 zu finden)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Qualit\u00e4t war absolut einwandfrei, nun hatten wir tats\u00e4chlich alle Sounds der Kawai Drum-Computer. Hans-Werner benutze bei der T\u00fcrkei die Sounds des Kawai R50, bei Karibik die des Kawai R50e.<\/p>\n\n\n\n<p>Der <strong>Roland U-110<\/strong> wurde in jeder Diashow sehr viel genutzt, nicht zuletzt auch deshalb weil er sechs Einzelausg\u00e4nge besitzt, die im Mischpult daher unterschiedlich geroutet werden k\u00f6nnen. Das Ger\u00e4t ist ein klassischer samplebasierter Rompler &#8211; mit einem starken Fokus auf Naturinstrumente. Hans-Werner nutzte ihn f\u00fcr Fl\u00f6ten, Streicher, B\u00e4sse, Orgeln, als zweites Schlagzeug und noch mehr. Lange Zeit fehlten all diese Sounds im Original und wurden durch gleichwertige Sounds aus anderen Software-Instrumenten ersetzt. Das funktionierte zwar, aber es klang nicht mehr wie das Original.<br>Im Jahr 2021 erwarb ich einen Roland U-110 auf dem Gebrauchtmarkt. Ich hatte das Ziel, die Samples direkt aus den Chips auszulesen, so wie ich es beim Kawai K1\/PHm Modul auch schon gemacht hatte. Mir gelang es war, die Daten auszulesen, aber sie waren in einer mir unbekannten Art verschl\u00fcsselt. Ich hatte Kontakt zu jemandem aus dem Internet, der sich schon eingehender mit den Roland-Ger\u00e4ten auseinandergesetzt hatte, aber leider konnte auch er mir nicht weiterhelfen.<br>Ich ging daher zun\u00e4chst hin und sampelte s\u00e4mtliche Noten von C-2 bis G8 s\u00e4mtlicher Patches des U-110 und nutze diese dann in einem Software-Sampler. Das ging zwar, aber die Qualit\u00e4t war aus meiner Sicht eigentlich unzureichend. Die Wandlung von Digital in Analog =&gt; dann den umgekehrten Weg von Analog wieder in Digital, das war nicht das, was ich wollte. Aber so lebte ich erstmal damit.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Erste Version der Karibik<\/h4>\n\n\n\n<p>Mit dem aktuellen Stand an verf\u00fcgbaren Instrumenten stellte ich eine erste Version der Karibik grob fertig und schickte sie Hans-Werner. Leider ging es ihm zu diesem Zeitpunkt aber schon sehr schlecht, er hatte sich die Version noch angeh\u00f6rt, aber mir keine R\u00fcckmeldung mehr geben k\u00f6nnen. Er sagte mir lediglich ein Mal als ich ihn im Krankenhaus besuchte, dass teilweise &#8222;zu viel Hall&#8220; genutzt worden w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher h\u00e4tte er sich Stunden lang dar\u00fcber ausgelassen, was alles falsch sei und was verbessert werden k\u00f6nnte. Doch er konnte oder wollte es nicht mehr. Und es war nun mal auch so, dass sein Gesundheitszustand wichtiger war. Ich wollte ihn nicht weiter mit Themen l\u00f6chern, die ihn offenbar nicht so sehr interessierten. Wir einigten uns stattdessen, dass wir gemeinsam bei mir an der Version weiterarbeiten, sobald er wieder gesund genug ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider kam es dazu nicht mehr. Die letzten zwei Jahre ging es ihm nicht gut, er war bei vielen \u00c4rzten, oft im Krankenhaus und war zuhause, bis auf wenige Ausnahmen, an sein Bett gefesselt und pflegebed\u00fcrftig.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fertigstellung beider Diashows nach Hans-Werners Tod<\/h4>\n\n\n\n<p>Hans-Werner verstarb sp\u00e4t am Abend. Ich erhielt ein paar Tage zuvor die Nachricht, dass man nur noch von Stunden sprechen k\u00f6nne, bis es soweit sei. Jedoch sei der Begriff &#8222;Stunden&#8220; durchaus ein dehnbarer Begriff, so genau konnte nichts vorhergesagt werden.<br>Ich besch\u00e4ftigte mich in diesen Tagen viel mit ihm und seiner Musik und h\u00f6rte die unvollendeten Versionen der Diashows. An einem Abend viel mir auf einmal in aller Deutlichkeit auf, dass viel zu viel Hall auf dem Vibraphon in der Karibik-Diashow ist. Ich habe nie die Stelle gefunden, die er gemeint hatte, als ich ihn im Krankenhaus besuchte, doch nun war es f\u00fcr mich glasklar. Ich wusste genau, was ich \u00e4ndern musste. <\/p>\n\n\n\n<p>Am Tag darauf erhielt ich die Nachricht, dass er am Vorabend verstorben sei. War der Moment meiner Erkenntnis genau der Zeitpunkt, als er starb? Vielleicht wollte er mir auf diese Weise noch einen letzten Hinweis geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Teil meiner Trauerbew\u00e4ltigung wollte ich die beiden Diashows nun unbedingt vollenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich setzte mich erneut daran, das Datenformat der Chips aus dem <strong>Roland U-110<\/strong> zu lesen. Mit Hilfe von Freunden gelang es mir und ich erhielt s\u00e4mtliche Sounds des U-110 in perfekter Qualit\u00e4t, direkt aus den Chips. <\/p>\n\n\n\n<p>Das gleiche Verfahren wendete ich auch f\u00fcr das <strong>Yamaha EMT-10<\/strong> an, ich schraubte das Ger\u00e4t auf und l\u00f6tete die Chips aus, las deren Daten und war auch in diesem Fall erfolgreich und erhielt alle Sounds, die ich brauchte. Endlich konnte ich die originale Gitarre verwenden, die so wichtig war. Schlie\u00dflich ist sie das Intro zur Karibik.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Sounds des Roland Alpha Juno \u00fcberarbeitete ich erneut, dieses Mal konnte ich mich einem echten Juno direkt vergleichen und A\/B Tests machen und mir ganz genau alle Parameter ansehen, bis sich schlie\u00dflich meine Sounds nicht mehr von denen des Juno unterschieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die T\u00fcrkei-Diashow stellte ich zuerst fertig. Ich nutze nun nur noch Original-Sounds von damals, bis auf zwei kleine Ausnahmen, die Hans-Werner selbst vorgeschlagen hatte. Er war es, der damals Verbesserungsvorschl\u00e4ge einbrachte, die aufgrund von technischen Limitierungen in den fr\u00fchen 90ern von ihm selbst nicht umsetzbar waren. Die Neuauflage der T\u00fcrkei unterscheidet sich in zwei Punkten vom Original:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Orgel ab ca 9:10 ist eine \u201ebessere\u201c (O-Ton Hans-Werner), hier wird nun auch der Leslie nach seinen Vorgaben an- und abgeschaltet<\/li>\n\n\n\n<li>Die Bl\u00e4sergruppe ab ca 24:55 ist eine andere und ist nun links\/rechts im Stereopanorama verteilt, wie von Hans-Werner vorgegeben. Im Original war eine Verteilung im Stereopanorama nicht m\u00f6glich.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Nachdem die T\u00fcrkei abgeschlossen war, wandte ich mich der Karibik zu. Mein erster Arbeitsschritt war (nat\u00fcrlich) die deutliche Verringerung des Halls auf dem Vibraphon. Dann ersetzte ich alle Instrumente, die noch nicht dem Original entsprachen und mischte dann das gesamte Arrangement neu ab.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Arrangement in Cubase 5<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich mache mit dem Computer bereits Musik, seit ich 14 Jahre alt bin, dennoch war dieses Projekt f\u00fcr mich ein gro\u00dfer Lernprozess. Dabei sind viele Erkenntnisse aus der Arbeit an der T\u00fcrkei sp\u00e4ter in die Karibik eingeflossen, ich w\u00fcrde daher sagen, dass die Karibik technisch etwas sauberer umgesetzt ist, als die T\u00fcrkei.<\/p>\n\n\n\n<p>Hans-Werner nutzte Cubase 2.0 auf dem Atari ST und steuerte s\u00e4mtliche Ger\u00e4te \u00fcber einen einzigen MIDI-Port, er hatte also insgesamt 16 Kan\u00e4le zur Verf\u00fcgung. Um mehr als 16 verschiedene Instrumente nutzen zu k\u00f6nnen, verwendete er sogenannte &#8222;Program Changes&#8220;, hierbei wird per Steuerbefehl der zu verwendende Klang umgeschaltet. Daher hatte er auf einer Spur mehr als ein Instrument. Ein Beispiel: Das Yamaha EMT-10 kann nur ein Instrument zur gleichen Zeit abspielen, es wurde aber f\u00fcr die Akustik-Gitarre, den Chor und auch die Bl\u00e4ser verwendet, nat\u00fcrlich nicht gleichzeitig, aber so konnte er deutlich mehr als nur 16 Instrumente nutzen. Das w\u00e4re bei einer Songl\u00e4nge von 50-60 Minuten auch eine starke Einschr\u00e4nkung gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der modernen Software-Welt gibt es theoretisch unendlich viele Spuren, gleichzeitig sind &#8222;Program Changes&#8220; aus der Mode gekommen. F\u00fcr das EMT-10 hatte er eine Spur, bei mir sind es in der Karibik hingegen drei unterschiedliche Spuren. Auch f\u00fcr alle anderen Instrumente habe ich jeweils eine separate Spur, w\u00e4hrend er nur eine hatte. So komme ich auf eine Gesamtzahl von etwa 100 Spuren, w\u00e4hrend er nur 16 Spuren zur Verf\u00fcgung hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist der Aufbau bei mir wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ganz oben befindet sich die Original-Aufnahme der MC-Kassette als Tonspur, so kann ich immer zu ihr umschalten um mir das Original anzuh\u00f6ren.<\/li>\n\n\n\n<li>Darunter befinden sich die MIDI-Spuren des Originals in wei\u00dfer Farbe, so wie es bei Cubase auf dem Atari \u00fcblich war. Diese Spuren sind nicht verbunden und dienen nur als Referenz, von dort kann ich mir Spuren\/Parts herunterkopieren und Instrumenten zuweisen und ggf. den Inhalt ver\u00e4ndern<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"622\" src=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-1024x622.png\" alt=\"Audio-Spur oben, darunter Originalspuren aus Cubase 2.0 Atari\" class=\"wp-image-147\" srcset=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-1024x622.png 1024w, https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-300x182.png 300w, https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-768x466.png 768w, https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image.png 1487w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Darunter folgt die Tempospur<\/li>\n\n\n\n<li>Dann gibt es f\u00fcr jede Original-Spur einen Ordner. In diesem Ordner ist jeweils pro &#8222;Program Change&#8220; eine Instrumentenspur<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"617\" src=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-1-1024x617.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-148\" srcset=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-1-1024x617.png 1024w, https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-1-300x181.png 300w, https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-1-768x463.png 768w, https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-1.png 1470w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abmischen<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich informierte mich zun\u00e4chst, wie viele Ausg\u00e4nge die jeweiligen Ger\u00e4te hatten und wie diese angeschlossen waren. Gl\u00fccklicherweise konnte mir Hans-Werner diese Dinge alle noch selbst erkl\u00e4ren. Ihn fragte ich auch, ob es irgendwelche Effekte gab, die genutzt wurden. Das Mischpult hatte pro Kanal eine Klangregelung, es gab als einzigen Effekt pro Kanal nur ein Korg-Hallger\u00e4t und einen Exciter von Behringer auf der Summe, das wars.<br>Sowohl bei Hall als auch bei Klangregelung und Stereo-Panorama war zu beachten, dass er hier nat\u00fcrlich limitiert war. Alle Sounds, die aus einem Ger\u00e4t kamen, hatten daher alle den selben Hall, die selbe Klangregelung und Verteilung im Stereofeld, das ging technisch damals halt nicht anders. Beispiel: Da sowohl Chor als auch Akustik-Gitarre aus dem selben Ger\u00e4t kamen, waren alle Einstellungen hier gleich.<br>Ausnahme war der U-110, der in der Karibik mit sechs Einzelausg\u00e4ngen angeschlossen war und daher sechs verschiedene Einstellungen m\u00f6glich wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erstellte daher zun\u00e4chst Gruppenspuren und f\u00fchrte die Instrumente alle wieder so auf das Mischpult zusammen, wie es damals auch war. Allerdings riet er mir davon ab und w\u00fcnschte sich, dass man die modernen M\u00f6glichkeiten ruhig nutzen sollte, so war es nun beispielsweise m\u00f6glich, dem Chor mehr Hall zu geben als der Gitarre.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meiste Arbeit machten die Lautst\u00e4rkeunterschiede und deren Angleichung. Die Ger\u00e4te von damals reagierten teilweise sehr unterschiedlich auf die Anschlagst\u00e4rke der gespielten Noten. W\u00e4hrend ein Ger\u00e4t bei sanftem Tastendruck kaum noch zu h\u00f6ren war, waren andere Ger\u00e4te noch viel lauter. Zudem konnte Cubase 2.0 noch pro Part die Lautst\u00e4rke \u00fcber MIDI \u00e4ndern, in moderneren Cubase-Versionen gibt es diese M\u00f6glichkeit nicht mehr, daher gingen all diese Lautst\u00e4rke\u00e4nderungen bei der Umwandlung verloren. Da er sowohl mit Lautst\u00e4rken pro Part, als auch viel mit Anschlagst\u00e4rken pro Note arbeitete um die Lautst\u00e4rke der Instrumente zu variieren, musste ich hier teilweise sehr viel durch Automation nachkorrigieren um den selben Effekt zu erzielen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"229\" src=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-2-1024x229.png\" alt=\"Lautst\u00e4rke\u00e4nderungen durch Automation\" class=\"wp-image-149\" srcset=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-2-1024x229.png 1024w, https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-2-300x67.png 300w, https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-2-768x172.png 768w, https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/image-2.png 1361w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich habe noch immer die Mails von ihm, dort \u00fcbte er Teilweise auch Kritik an sich selbst, beispielsweise, dass das Flugzeug in der Karibik viel zu laut gewesen sei. Da er schon zuvor w\u00fcnschte, dass man beim Mischen ohne Limits arbeitete verwarf ich die oben genannten Gruppenspuren teilweise wieder und setzte hier und da auch ohne R\u00fccksicht auf damalige Limitierungen EQ und Hall ein, wo es mir sinnvoll erschien und mischte alles so, wie ich es f\u00fcr richtig hielt, anstatt R\u00fccksicht auf das Original zu nehmen. So hatte er es sich ja ebenfalls gew\u00fcnscht. Es war teilweise auch gar nicht m\u00f6glich, aufgrund der schlechten Qualit\u00e4t der Kassetten-Aufnahmen ein klares Bild zu erhalten, da hier viel Rauschen und wenig H\u00f6hen vorhanden waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Summe l\u00e4uft, genau wie bei ihm, auch bei mir nur ein Exciter, der f\u00fcr etwas mehr Brillanz sorgt und die B\u00e4sse etwas anhebt. Ich wollte die Dynamik der Originale erhalten und habe mich daher dagegen entschieden, hier mit Kompression oder anderen Effekten zu arbeiten um die Lautheit k\u00fcnstlich zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vergleiche \/ Beispiele<\/h2>\n\n\n\n<p>Nun habe ich so viel \u00fcber das Projekt geschrieben, da m\u00f6chte ich euch ein paar Beispiele nat\u00fcrlich nicht vorenthalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die folgenden Audio-Clips enthalten jeweils abwechselnd einige Takte der Originalaufnahme von MC-Kassette aus den 90er Jahren und dann einige Takte der neu erstellten Version aus dem Jahr 2023. Die beiden Versionen werden einige Male ineinander \u00fcberblendet.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">T\u00fcrkei<\/h5>\n\n\n\n<p>Anfangssequenz<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tuerkei_comparison_1.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Unter Wasser<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tuerkei_comparison_uw2.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tuerkei_comparison_uw1.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Marktplatz<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/tuerkei_comparison_market.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Karibik<\/h5>\n\n\n\n<p>Anfang \/ Hauptpart<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/karibik_comparison_1.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Unter Wasser (Languste)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/karibik_comparison_languste.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p>Shuffle<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/karibik_comparison_shuffle.mp3\"><\/audio><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von den beiden Diashows existierten sehr lange Zeit nur noch Aufnahmen auf MC-Kassette. 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Es kam die Idee auf, die beiden St\u00fccke erneut aufzunehmen, diesmal in digitaler Form, jedoch existierte das Tonstudio aus den 90er Jahren schon l\u00e4nger nicht mehr, so &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/diashows\/neuerstellung-der-diashows-ab-2006\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eNeuerstellung der Diashows ab 2006\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":8,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-135","page","type-page","status-publish","hentry","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/135","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=135"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/135\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":164,"href":"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/135\/revisions\/164"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/purelistening.de\/wpres\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}